Nicht erst die Klage der Deutschen Umwelthilfe und das drohende Dieselfahrverbot haben offenbart, dass die Verkehrssituation in Limburg sehr angespannt ist. Die Stadt Limburg hat deshalb bereits vor Jahren einen „Masterplan Mobilität 2030“ in Auftrag gegeben, welcher strategische Grundsätze und Leitlinien der zukünftigen Verkehrsentwicklung für Limburg festlegen soll.

Der Masterplan Mobilität 2030 stellt grundsätzlich eine wertvolle Handlungsempfehlung dar, aber nun ist es höchste Zeit für die praktische Umsetzung einzelner Maßnahmen. Wir sollten dabei auch bisher ungenutzte Potenziale zur Entspannung der innerstädtischen Verkehrssituation in Augenschein nehmen.

Mit dem anstehenden Neubau der Lichfieldbrücke bietet sich in absehbarer Zeit eine einmalige Gelegenheit, das Parkraumkonzept Limburgs maßgeblich zu überarbeiten. Die derzeit verfügbare Parkfläche unter der Lichfieldbrücke gehört zu den stark frequentierten Parkflächen in Limburg. Diese Parkfläche ließe sich um weitere 140 Parkplätze erweitern, indem man unter den neu zu errichtenden Brückenüberbau eine Parkebene an die Brückenpfeiler baut. Auf diese Weise könnten insgesamt ca. 300 periphere, stadtnahe Parkplätze entstehen. Von der Westerwaldseite kommende Autofahrer könnten das von mir vorgeschlagene Lichfieldbrücken-Parkdeck ausschließlich über die Westerwaldstraße/den Offheimer Weg anfahren; eine Zu- und Abfahrt zur Parkebene von der innerstädtischen Seite (Philippsdamm) wäre nicht möglich. Somit würde die Verkehrsbelastung in der Innenstadt reduziert. Von der Lichfieldbrücken-Parkebene wäre die Innenstadt dann fußläufig innerhalb weniger Minuten über eine Treppe bzw. einen Aufzug im Bereich des Phillipsdamms und der Busempfangsstation zu erreichen.

Das von mir vorgeschlagene Lichfieldbrücken-Parkdeck müsste natürlich in Gesprächen mit dem Bund und der Landesbehörde „Hessen Mobil“ geprüft und konkretisiert werden. Im Falle einer Umsetzung bedarf es auch der Beantragung entsprechender Zuschüsse seitens des Landes und des Bundes.

Darüber hinaus würde sich auch im Tal Josaphat eine Erweiterung des bestehenden Parkplatzangebotes anbieten. Durch den Bau eines kleinen Parkhauses würde den Autofahrern aus Richtung Lindenholzhausen, Linter, Eschhofen und Goldener Grund an dieser Stelle ebenfalls innenstadtnahes Parken im erweiterten Umfang ermöglicht. Gleichzeitig ließe sich hier wiederum ein Teil des Verkehrsstroms Richtung Innenstadt abfangen.

Insgesamt ist meiner Ansicht nach ein breiter Mix an Parkangeboten eine sinnvolle Lösung: sowohl peripher als auch zentral, am Straßenrand und in Parkhäusern. Das periphere Parken sollten wir unbedingt ausbauen und preislich attraktiv gestalten, um einen Anreiz zu schaffen, den Weg in die zentrale Innenstadt zu Fuß zurückzulegen.

Ein bedeutsames Ziel ist es, alle Optionen auszuschöpfen, um die durch Corona gebeutelte Innenstadt nicht weiter zu schwächen. Dies gilt auch für den zwingenden Erhalt des Parkplatzes auf dem Markplatz in der Ste.-Foy- Straße.

Wir brauchen eine nachhaltige Verkehrspolitik, bei der es aber nicht darum gehen darf, die einzelnen Verkehrsteilnehmer gegeneinander auszuspielen. Ein Mix aus verschiedenen Maßnahmen ist daher anzustreben. Neben dem Ausbau der Radwegeinfrastruktur und einer Attraktivitätssteigerung und Erweiterung des ÖPNV gilt es, den motorisierten Verkehr in der zentralen Innenstadt auf das Nötigste zu reduzieren und gleichzeitig auch das Bewusstsein zu fördern, dass kurze Wege zu Fuß zurückgelegt werden können.